Aktualisiert am 29.05.2026

Mandelentzündung: Symptome und was dir jetzt hilft

Ältere Frau in grün-weiß gestreiftem Oberteil steht vor einem Fenster und fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck an den Hals, was auf Beschwerden wie Halsschmerzen oder eine Mandelentzündung hindeutet.

Starke Halsschmerzen, dicke Mandeln und Schluckbeschwerden – eine Mandelentzündung (Tonsillitis) kann richtig unangenehm werden. Erfahre hier, wie sie entsteht, wie lange du ansteckend bist und was dir jetzt wirklich hilft.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

Unser Service für dich:

  • Behandlung: Hausmittel lindern Symptome, schmerzstillende Medikamente und Halstabletten; gegebenenfalls Antibiotika 
  • Symptome: starke Halsschmerzen, geschwollene Mandeln, Schluckbeschwerden, Fieber1
  • Dauer: meist 1 bis 2 Wochen2
  • Ansteckungsgefahr: virale Mandelentzündung bis die Symptome abgeklungen sind (meist etwa eine Woche); bei bakterieller Form sinkt das Risiko stetig während der Antibiotikumbehandlung3,6

Was ist eine Mandelentzündung und wie lange ist sie ansteckend?

Eine Mandelentzündung entsteht, wenn sich die Gaumenmandeln entzünden. Diese liegen links und rechts im Rachen und sind Teil deines Immunsystems – eine natürliche Schutzbarriere gegen Erreger, die über Nase oder Mund eindringen.

Grafische Darstellung gesunder und entzündeter Mandeln.
  • (bubble)Gaumensegel
  • (bubble)Gaumenzäpfchen
  • (bubble)Mandeln
  • (bubble)Zunge

Stress, Schlafmangel oder Rauchen können dein Immunsystem schwächen4. Dann haben Krankheitserreger leichtes Spiel.

  • Viren (z. B. Erkältungsviren, Grippeviren)- in 70 bis 95 % der Fälle5
  • Bakterien (vor allem Streptokokken) – können zusätzlich zu einer Virusinfektion auftreten (Superinfektion)

Wie lange ist eine Mandelentzündung ansteckend?

Sind Viren die Ursache für deine Mandelentzündung, bist du grundsätzlich ansteckend, bis alle Symptome verschwunden sind – in der Regel etwa eine Woche6. Bei einer Behandlung mit Antibiotika (im Falle einer bakteriellen Infektion) sinkt das Risiko einer Ansteckung bereits einen Tag nach Beginn der Antibiotika-Therapie3.

Dauer der Mandelentzündung

Daraus ergibt sich auch, wie lange du mit einer Mandelentzündung zuhause bleiben solltest: 1 bis 2 Wochen. Dein Körper braucht diese Zeit zur vollständigen Heilung – und du schützt andere vor Ansteckung.

Mandelentzündung ist nicht gleich Mandelentzündung

Es gibt drei verschiedene Formen der Mandelentzündung:

Meist durch Viren ausgelöst, betrifft sie besonders häufig Kinder und Jugendliche7. Vor allem in den ersten Lebensjahren liegt das daran, dass ihr Immunsystem noch nicht richtig ausgereift ist1. Bei Erwachsenen können Stress oder Rauchen die Entzündung begünstigen3.

Auf eine Infektion durch Viren kann ein bakterieller Befall (Superinfektion) folgen. Sie ist sehr ansteckend8. Wird die Krankheit nicht behandelt und auskuriert, kann es zu schweren Komplikationen kommen.

Sie wird auch als rezidivierende akute Tonsillitis (RAT) bezeichnet und kann entstehen, wenn eine akute Mandelentzündung nicht richtig ausheilt9. Die Symptome kehren immer wieder zurück. Mediziner:innen sprechen von einer wiederkehrenden Tonsillitis erst bei wiederholtem Auftreten der Symptome mit beschwerdearmen oder -freien Intervallen10.

Mandelentzündung: Welche Symptome treten auf?

Halsschmerzen? Und du fragst dich, ist es eine virale oder bakterielle Mandelentzündung? Beide Formen zeichnen sich durch sehr ähnliche Schmerzen im Hals- und Rachenbereich aus – es gibt aber Unterschiede.

Gemeinsame Symptome3,6:

  • starke Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden (oft mit dem Gefühl, einen „Kloß im Hals" zu haben)
  • gerötete und geschwollene Mandeln
  • Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, ggf. Fieber

Die wichtigsten Unterschiede:

  virale Mandelentzündung6 bakterielle Mandelentzündung6
Unterschiede
  • oft Teil eines „Erkältungspakets“: Schnupfen, Husten
  • kein Husten
  • geschwollene und belegte Mandeln

Wichtig: Nur ein Arzt oder eine Ärztin kann mit einem Schnelltest sicher feststellen, ob Viren oder Bakterien die Ursache sind.

Gut zu wissen:

Deine Halsschmerzen sind nur einseitig? Dann könnte eine Seitenstrangangina dahinterstecken. Dabei sind nicht die Mandeln, sondern die Lymphbahnen an der Rachenwand entzündet.

Mandelentzündung behandeln: Das verschafft dir Linderung

Die Behandlung richtet sich nach dem Auslöser deiner Entzündung:

Die Viren selbst lassen sich nicht bekämpfen – dein Körper erledigt das.

Was du tun kannst: die Symptome lindern. Lutschtabletten wie GeloRevoice® beruhigen die Schleimhäute im Hals und machen das Schlucken erträglicher.

Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol senken Fieber und mildern den Schmerz. 

Hier verschreibt dir dein Arzt oder deine Ärztin meist ein Antibiotikum, um die Bakterien direkt zu bekämpfen. Wichtig: Nimm das Antibiotikum so lange ein, wie es ärztlich verordnet wurde – auch wenn du dich schon besser fühlst! Zusätzlich helfen Schmerzmittel gegen Fieber und Schmerzen.

Bei dieser Form musst du in der Regel ebenfalls Antibiotika einnehmen.

Du leidest mehrmals pro Jahr an einer Mandelentzündung?

Dann sprich mit einem HNO-Arzt oder einer HNO-Ärztin über langfristige Lösungen – beispielsweise eine Mandelentfernung (Tonsillektomie).

Hausmittel bei Mandelentzündung: Was dir zusätzlich hilft

Diese bewährten Hausmittel unterstützen deinen Körper bei der Heilung der Mandelentzündung und lindern deine Beschwerden:

Trinke rund 1,5 Liter pro Tag11: Lauwarme Kräutertees (Salbei, Kamille) oder Wasser sind wohltuend. Tipp: Honig im Tee wirkt antimikrobiell12 und beruhigend (nicht für Kinder unter 1 Jahr)13.

Bei Halsschmerzen kannst du mehrmals täglich mit Salzwasser gurgeln, um den Rachen zu reinigen und die Schleimhaut zu beruhigen. Alternativ: gebrauchsfertige Gurgellösung gegen Entzündungen und Schmerzen, beispielsweise GeloTonsil® Gurgelgel.

Dampfinhalation mit heißem Wasser (optional mit Kamille oder Salbei) reinigt die Schleimhäute und steigert deren Durchblutung14. Vorsicht: Ätherische Öle wie Kampfer- oder Eukalyptusöl können für kleine Kinder gefährlich sein (beispielsweise Atemstörungen auslösen)15!

Wende mehrmals täglich Halswickel an: Kalte Wickel (beispielsweise Quarkwickel) wirken abschwellend und entzündungshemmend, während warme Wickel (wie Kartoffelwickel) die Durchblutung fördern16. Wähle, was sich für dich angenehmer anfühlt.

Gönn dir Ruhe, vermeide körperliche Anstrengung und schlafe ausreichend. Dein Körper braucht jetzt alle Energie, um die Erreger zu bekämpfen.

Langes und vor allem lautes Sprechen oder gar Schreien solltest du während der Mandelentzündung soweit wie möglich einschränken. Auch Flüstern solltest du bei Halsschmerzen vermeiden, denn das belastet die Stimmbänder.

Vermeide Zigarettenrauch komplett – auch Passivrauchen. Rauch reizt die entzündeten Schleimhäute zusätzlich und kann die Heilung deutlich verzögern.

FAQs - Häufig gestellte Fragen zur Mandelentzündung

Bei einer viralen Form bleibst du ansteckend, solange die Symptome andauern. Bei der bakteriellen Variante endet die Ansteckungsgefahr meist 24 Stunden nach Antibiotika-Start3.

Virale Mandelentzündungen heilen meist von selbst innerhalb von 1 Woche6. Dein Arzt oder deine Ärztin prüft, ob eine bakterielle Mandelentzündung vorliegt. Dann ist meist Antibiotikum nötig.

Die Behandlung hängt von der Ursache ab: Bei viraler Form können Hausmittel, Halstabletten und schmerzstillende Medikamente (Ibuprofen, Paracetamol) die Beschwerden lindern. Liegt eine bakterielle Mandelentzündung vor, sind meist Antibiotika nötig.

Suche einen Arzt auf, wenn du folgende Beschwerden hast: hohes Fieber (über 39°C), weiß-gelbe Beläge auf den Mandeln (Stippchen), starke Schluckbeschwerden oder Atemnot. Auch wenn die Symptome länger anhalten oder wiederholt auftreten (mehrmals im Jahr), ist ein Arztbesuch ratsam.

In der Regel dauern Mandelentzündungen nicht länger als 1 bis 2 Wochen1. In dieser Zeit solltest du zuhause bleiben und dich schonen. Mithilfe von Hausmitteln kannst du die Symptome lindern.

1Mandelentzündung bei Kindern“. Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. Zugegriffen 4. Februar 2026
2Anzeichen und Verlauf » Mandelentzündung » Krankheiten » HNO-Ärzte-im-Netz »“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 9. Februar 2026.
3 Windfuhr, Jochen P., u. a. „Clinical Practice Guideline: Tonsillitis I. Diagnostics and Nonsurgical Management“. European Archives of Oto-Rhino-Laryngology: Official Journal of the European Federation of Oto-Rhino-Laryngological Societies (EUFOS): Affiliated With the German Society for Oto-Rhino-Laryngology - Head and Neck Surgery, Bd. 273, Nr. 4, 2016, S. 973–987.
4Infektionsschutz: Was wirklich unser Immunsystem stärkt“. München Klinik, München Klinik / Städtisches Klinikum München GmbH. Zugegriffen 9. Februar 2026.
5 "Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln“ Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (DGHNO-KHC). Zugegriffen 4. Februar 2026.
6  Wolford, Robert W., u. a. „Pharyngitis“. StatPearls, StatPearls Publishing, 2026.
7Mandelentzündung“. gesundheitsinformation.de. Zugegriffen 4. Februar 2026.
8Definition und Häufigkeit » Mandelentzündung » Krankheiten » HNO-Ärzte-im-Netz »“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 4. Februar 2026.
9 Amarnani, Soumya, und Aditya Ranjan. „Lemierre’s Syndrome: A Lethal Complication of Acute Tonsillitis“.
10 „S2k_Leitlinie 017/024: Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis“. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie.
11Wasser“. DGE. Zugegriffen 2. Februar 2026.
12 Abuelgasim, Hibatullah, u. a. „Effectiveness of Honey for Symptomatic Relief in Upper Respiratory Tract Infections: A Systematic Review and Meta-Analysis“. BMJ Evidence-Based Medicine.
13Bienenhonig: Nicht für Kleinkinder unter einem Jahr“. Niedersachsen.de. Zugegriffen 4. Februar 2026.
14  „Inhalieren“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 9. Februar 2026.
15Ätherische Öle eignen sich nicht als Heilmittel bei kleinen Kindern“. Kinderaerzte-im-netz.de. Zugegriffen 4. Februar 2026.
16Wickel“. HNO-Gemeinschaftspraxis. Zugegriffen 9. Februar 2026.


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Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Pohl-Boskamp auf seine Richtigkeit intensiv geprüft worden.

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